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Wie aus der Zeit gefallen
Hannelore Teutsch
stellt in der Galerie im Rathaus in Biesenthal aus.
Biesenthal Wer an die Bilder von Hannelore Teutsch denkt,
dem kommen vermutlich als erstes ihre düsteren und oft fast
menschenleeren Straßen in den Sinn, auch wenn sie vor zwei
Jahren einmal in kräftigen Farben gemalte Szenen zeigte und
dafür den Brandenburgischen Kunstpreis erhielt.
Neben einsamen leeren Straßen als Sujet, merkwürdigen
und unheimlichen Plätzen und Winkeln in der Stadt aber, wie sie
nun auch in der neuesten Ausstellung im Rathaus von
Biesenthal zu sehen sind, gibt es noch eine Fülle weiterer
Motive. So zum Beispiel "Am Meer". Im Bild steht eine Frau mit
langen schwarzen Haaren in einem weißen Kleid. Sie blickt über
die Wellen, gerahmt von zwei friedlich dösenden Möwen. Eine
ebenso einsame Gegend wie in ihren Stadtbildern, die wie in
einem Traum mit wenigen Details vor einer großen leeren
Fläche auftaucht. Schon wegen der Fichten am Strand
denkt man an die Ostsee, an eine Ecke auf Rügen vielleicht. Als
Vorbild diente Usedom, wie die Künstlerin verrät. An der Küste
war Teutsch mit 18 Jahren zum ersten Mal. "Seitdem hat mich
das Meer fasziniert, viel mehr als die Berge", sagt sie.
Die gedämpften Farben, die große Ruhe und mitunter Einfachheit
in ihren Bildern erzeugen eine melancholische Stimmung.
Eine Welt, die zwischen Wirklichkeit und Fiktion schwankt und
die sich schon im nächsten Momentzu verflüchtigen scheint.
Oder um es mit den Worten Herbert Schirmers zu sagen, des
letzten Kulturministers der DDR im Kabinett von Lothar
de Maiziere, es sind Bilder "wie aus der Zeit gefallen." Schirmer
hielt zur Eröffnung die Laudatio auf die Künstlerin und hob auch
die visuelle und psychologische Zweideutigkeit ihrer Bilder
hervor, die immer in Bezug auf konkrete Orte entstehen.
Mitunter blickt HanneloreTeutsch auch mit einem Augenzwinkern
auf Alltägliches, das einem schon mal sehr merkwürdig
erscheinen kann. Fein säuberlich nebeneinander gereiht treten
im "Stillleben mit Kaleidoskop" eine Vase, eine Spule und
andere Dinge auf wie eitle Pfauen, die sich für wichtig und
unentbehrlich halten.
Dass der Kunstpreis 2008 an Teutsch die Neugierde auf
ihr Werk bei der Kuratorin Sabine Voerster weckte, wird alle
freuen, die schon länger auf eine umfassendere Präsentation
von Arbeiten der Künstlerin warteten. Mit der Schau in der
Galerie im Rathaus kam eine kleine Werkschauzustande, die
sehenswert ist.
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